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Wahlen in Frankreich - das Ende der EU wie wir sie kennen? – Interview mit Natalie Nougayrède

Wechseln Sie auf die englischsprachige Website für ein aktuelles Interview mit Natalie Nougayrède nach dem ersten Wahlgang.  

Frau Nougayrède, durch das Auslösen des Artikels 50 hat die britische Regierung den Brexit offiziell eingeleitet. Von Seiten der EU wurde deutlich, dass die Austrittsbedingungen hart verhandelt werden sollen, und aus einer aktuellen Umfrage geht hervor, der Großteil der Europäer sei der Meinung, man solle nicht zulassen, dass die Briten sich lediglich die Vorteile der EU-Mitgliedschaft heraussuchen. Wie ist momentan die Stimmung in der britischen Öffentlichkeit – ist man immer noch zufrieden oder bereut man bereits den Brexit?

Natalie Nougayrède: Jetzt, fast ein Jahr nach dem Brexit-Referendum, ist das Land gespalten: Manche sind für den Verbleib, andere für das Verlassen der EU. Viele, die zu den 48 Prozent gehören, die für einen Verbleib in der EU gestimmt haben, hatten die Hoffnung, ein vollständiger Austritt könne vermieden werden – sie haben die Hoffnung nach wie vor nicht aufgegeben. Nachdem das Parlament der Premierministerin Theresa May das Mandat erteilt hat, Artikel 50 auszulösen, erscheint dies jedoch sehr unwahrscheinlich. Umfragen, die in der Öffentlichkeit durchgeführt wurden, haben eher gezeigt, dass es nach dem Brexit-Entscheid keine Wende gegeben hat: Diejenigen, die für den Aus-tritt gestimmt haben, halten an ihrer Entscheidung fest – und es könnten sogar mehr sein als im Juni 2016. Politiker, die den Brexit befürworten, versprechen eine glorreiche Zukunft eines „globalen Großbritanniens“, das sich im Wesent-lichen den USA und der von einigen sogenannten Anglosphere zuwenden würde, zu der auch Teile des ehemaligen British Empire gehören. So könnten die eigenen Interessen besser vertreten werden. Diese Vorstellung ist sehr umstritten. Dennoch hat die Debatte keine Welle des Bedauerns unter denjeni-gen ausgelöst, die dafür gestimmt haben, die Bande zur EU zu durchtrennen. Ich denke, die Schwierigkeiten, die vorauszusehen sind, werden größtenteils geleugnet. Man ist sich der Auswirkungen des Brexits noch nicht voll bewusst.

Das vollständige Interview lesen Sie hier.