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Marija Golubeva

Die Historikerin, ehemalige lettische Innenministerin und Expertin für hybride Kriegführung geht heute einer der drängendsten Fragen Europas nach: Wie können offene Gesellschaften russischer Sabotage, Desinformation und der gezielten Zersetzung des sozialen Zusammenhalts widerstehen?

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Residency stay
Juli 2026 – Dez. 2026
My question

Wie schaffen wir die Resilienz und Abschreckung gegen hybride Attacken, die das europäische Projekt braucht? Wie kann Europa die Bedrohung von Russland und anderen autoritären Akteuren abwehren, die nicht nur einzelne Mitgliedstaaten, sondern gezielt die gemeinsame europäische Infrastruktur und Energieversorgung angreifen und die Narrative untergraben, die Europa zusammenhalten?

Marija Golubevas Richard-von-Weizsäcker-Fellowship

Europa unter Angriff: Resilienz und Abschreckung für das europäische Projekt

Das europäische Projekt – nicht nur einzelne Mitgliedstaaten – ist zur primären Zielscheibe hybrider Angriffe durch Russland und andere autoritäre Akteure geworden. Das ist die zentrale These von Marija Golubeva, die sie mit ihrer Stipendienarbeit belegen und vertiefen will. In drei Bereichen, so ihr Argument, bilden die Angriffe der vergangenen vier Jahre eine koordinierte Strategie, die auf die Fundamente der EU selbst zielt.

Drei Angriffsdimensionen

Marija Golubeva analysiert Muster hybrider Angriffe zwischen 2022 und 2026. Der erste Bereich umfasst physische Angriffe auf die Infrastruktur, die die europäische Vernetzung trägt. Der zweite betrifft Angriffe auf die europäische Energieunabhängigkeit. Der dritte umfasst Informationskampagnen, die darauf abzielen, die politische Identität und das Narrativ der EU zu untergraben, insbesondere mit Blick auf die europäische Verteidigung und die EU-Erweiterung. 

Ihr Argument: Diese Vorfälle sind keine isolierten Ereignisse, sondern Teil eines systematischen Versuchs, die Idee Europas als kohärentes politisches Projekt zu zerstören.

Von der Diagnose zur Abwehr

Marija Golubeva verbindet Forschung mit Praxis. Sie plant einen Runden Tisch, der Sicherheits- und Verteidigungsexpertinnen mit Fachleuten für EU-Recht und Rechtsstaatlichkeit zusammenbringt und damit zwei Gemeinschaften, deren Diskurse selten aufeinandertreffen. Darüber hinaus plant sie, ein szenariobasiertes Planspiel eines hybriden Angriffs auf Deutschland und andere EU-Mitgliedstaaten zu entwickeln und durchzuführen. Damit adressiert sie eine zentrale Schwäche der aktuellen Sicherheitsarchitektur, die nach wie vor auf die Zurechnung von Angriffen durch einzelne Mitgliedstaaten ausgelegt statt auf eine Reaktion auf EU Ebene. 

Ihr Ziel ist es, konkrete Empfehlungen für Politik und Zivilgesellschaft zu erarbeiten. Ihre Überzeugung, gewachsen aus Jahren der Arbeit mit Krisenplanspielen: Resilienz ohne Abschreckung reicht nicht aus. Europa muss zeigen, dass es sich wehren kann.

Last updated on 08.07.2026

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